Als Politikstudent an der Freien Universität Berlin habe ich ein Jahr in Kasan (Tatarstan) studiert und die Gegensätze des heutigen Russlands kennengelernt. Schnelllebigkeit in den Großstädten und Rückständigkeit der Provinz, luxuriöses Leben und soziale Verwahrlosung, Religösität und Hedonismus, liegen oft nur Meter voneinander entfernt. Gerade diese Dynamik, die ich am eigenen Leib erfahren habe, fasziniert mich bis jetzt und lässt mir keine Ruhe.
Als ich 2003 zum Trialog kam, waren wir eine studentische Gruppe, die bei den Worten „Fundraising“, „Projektmanagement“ und „Seminarmethoden“ in Ehrfurcht erstarrte. „Wie schaffe ich es, dass Stiftungen unsere Projekte finanzieren?“, „Wie organisiere ich eine Studienkonferenz?“, und „Wie begeistere ich Teilnehmer in Seminaren?“ waren die Fragen, die wir uns wiederholt gestellt haben. Mittlerweile haben wir Antworten gefunden, die immer wieder hinterfragt werden müssen. Aus diesem Grund bin ich im Trialog. Denn das Netzwerk junger Ideen bietet mir eine Plattform, Arbeitstechniken zu erlernen und im Team kritisch zu hinterfragen. So kann ich nach einem Jahr im Vorstand und als Koordinator für das Projekt Berlin-Kasan noch immer nicht die Hände vom Trialog lassen.